Im Zuge der Wahlerfolge rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Parteien auch in Deutschland hat die Debatte um das Konzept der 'wehrhaften Demokratie' eine Neubelebung erfahren. Bezugspunkte sind dabei nicht zuletzt die Erfahrungen der Weimarer Republik und die damit verbundenen Konzepte und Denkansätze. Dieses Buch geht darüber hinaus und versucht eine zeitgemäßere Interpretation des Begriffs: Es rückt nicht nur staatliche Verbotshandlungen, sondern auch das gezielte und koordinierte Handeln verschiedener gesellschaftlicher Subsysteme (staatliche Institutionen, Parteien und politischer Wettbewerb, Zivilgesellschaft, Wirtschaft) als eine systemische Antwort auf den Aufstieg rechtsextremer Kräfte in den Fokus. Im Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure könnte - so die These - eine resilientere Demokratie entstehen, die den sich verändernden politischen und gesellschaftlichen Realitäten Deutschlands gerecht wird und die potentiellen Gefahren eines weiteren Erstarkens rechtsextremer Kräfte einhegt.