Montague Summers' *The Vampire: His Kith and Kin* gehört zu den ungewöhnlichsten klassischen Studien über den Vampirglauben. 1928 erschienen, verbindet das Werk Volkskunde, Dämonologie, Theologie, antike Überlieferungen und Literaturgeschichte zu einem ebenso gelehrten wie eigenwilligen Panorama des Vampirs.
Summers untersucht den Vampir als wiederkehrenden Toten, als dämonologische Grenzfigur, als Gegenstand frühneuzeitlicher und aufklärerischer Debatten und schließlich als literarisches Wesen, das sich von Polidori bis Dracula grundlegend verändert. Seine Quellen reichen von griechischen *vrykolakes* und südslawischen Wiedergängern über mesopotamische Totengeister und kirchliche Berichte bis zu Calmet, Davanzati, Le Fanu und Bram Stoker.
Die vorliegende Ausgabe bietet eine **neue deutsche Übersetzung des vollständigen Haupttextes** und erschließt Summers' Werk durch zusätzliche Essays, editorische Anmerkungen, Glossar und Chronologie. Die historischen Quellen werden dabei nicht modernisiert oder geglättet, sondern in ihrem ursprünglichen geistigen Umfeld sichtbar gemacht; zugleich zeigt der Kommentar, wo Summers' weitreichende Vergleiche, seine theologischen Voraussetzungen und der Forschungsstand seiner Zeit aus heutiger Sicht differenziert werden müssen.
Ergänzende Kapitel verfolgen die Entwicklung des Vampirs vom Volksglauben zur gelehrten Debatte, untersuchen die Rolle von Verwesung, Medizin und Scheintod und zeichnen die Entstehung des literarischen Vampirs von Polidori bis *Dracula* nach.
Eine kommentierte Neuausgabe für Leser, die den Vampir nicht nur als Figur der Schauerliteratur, sondern als ein kulturelles Phänomen zwischen Körper, Tod, Religion, Angst und Imagination verstehen wollen.