Über den Gottesstaat (De civitate Dei), verfasst nach der Plünderung Roms 410, entfaltet in 22 Büchern eine großangelegte Geschichtstheologie. Augustinus kontrastiert die civitas Dei mit der irdischen civitas terrena, geformt durch unterschiedliche Liebe (amor Dei vs. amor sui), und deutet Weltgeschichte teleologisch auf das himmlische Gemeinwesen hin. In polemisch-argumentativer und zugleich kontemplativer Prosa verbindet er sorgfältige Bibelauslegung, römische Historiographie und platonische Kategorien. Er widerlegt pagane Religionspolitik, diskutiert Glück, Gerechtigkeit und Frieden und beschreibt die Kirche als peregrinierende Gemeinschaft im saeculum, ohne die irdische Ordnung zu verachten. Augustinus von Hippo (354-430), einst Rhetor in Karthago und Mailand, durch Manichäismus geprüft und vom Neuplatonismus geschärft, bekehrte sich unter Ambrosius zum Christentum und wurde Bischof von Hippo Regius. Die heidnische Anklage, das Christentum habe Roms Niedergang verursacht, veranlasste ihn, an den Beamten Marcellinus seit 413 zu schreiben. Seine pastorale Erfahrung in Konflikten mit Donatisten, sein juristischer Scharfsinn und seine Bibelkenntnis prägen das Werk, das Apologie, Seelsorge und Philosophie produktiv verschränkt. Empfohlen für Leser politischer Theologie, Ideengeschichte und Ethik: Das Werk liefert Kriterien für Staat, Recht und Frieden, entlarvt imperiale Heilsversprechen und schult eine nüchterne Pilgerschaft. Wer Grenzen politischer Macht verstehen will, findet hier einen nüchternen, weitblickenden Kompass.
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.