Die Bekenntnisse (Confessiones) sind ein autobiographisches Gebet und eine philosophisch-theologische Selbstprüfung: Augustinus zeichnet den Weg von Thagaste und Karthago bis zur Bekehrung in Mailand, von Begierde und Ehrgeiz über Manichäismus und Skepsis zur neuplatonisch eröffneten Innerlichkeit; Taufnacht und das tolle-lege-Ereignis kulminieren im Tod Monikas in Ostia. Späte Bücher entfalten eine Theorie der Erinnerung und der Zeit (XI) sowie eine meditative Genesisexegese (XII-XIII) in rhetorisch verdichteter, bibeldurchwirkter Prosa. Aurelius Augustinus (354-430), in klassischer Rhetorik geschult, lehrte in Karthago, Rom und Mailand; geprägt von seiner Mutter Monika und der Auslegung des Ambrosius, löste er sich vom Manichäismus und gewann durch neuplatonische Lektüre den Blick nach innen. Als Bischof von Hippo fasste er kurz nach der Taufe seine Krise als liturgische Beichte, Seelenpädagogik und Selbstkorrektur zusammen - mit paulinischer Theologie und strenger Introspektion. Empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die Spiritualität, Philosophie und Literaturgeschichte verbinden wollen: Dieses Buch zeigt, wie aus innerer Unruhe Erkenntnis und Gnade werden, bietet eine subtile Theorie von Zeit, Erinnerung und Begehren und eröffnet eine Schule der Lektüre. Es informiert nicht nur - es formt Urteil, Sprache und Leben.
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.