Weil zu Hause niemand Verständnis für sie hatte, kehrte Annette dem väterlichen Bauernhof den Rücken und suchte ihren Weg allein. Sie traf auf Gleichgesinnte, auf Gegenspieler und immer wieder auf François. Der angebliche Vorkämpfer der Heilpädagogik, der sich als Annettes Förderer ausgab, vertrat letztlich aber nur eigene Interessen. Um sich abzulenken, wie Anette sagt, heiratete sie den sizilianischen Gastarbeiter Concetto und fand in ihm einen stillen, verlässlichen Freund. Schritt für Schritt erreichte sie ihre Ziele, wurde Kindergärtnerin, Primarlehrerin, Heilpädagogin, Schulleiterin - bis sie nach einem letzten Kampf gegen die Windmühlen der Schulbehörden wütend kündigte. Der Preis dafür war hoch, aber wer will schon, redet sich Annette ein, mit bald sechzig noch einmal Anlauf nehmen und abheben? Doch genau das macht sie. Nach Concettos Tod reist Annette nach Amerika und findet ein beinahe filmreifes spätes Glück.