Englands größter Kriegerkönig - Dan Jones' mitreißende Biografie
Dan Jones erzählt kraftvoll und einfühlsam von einem Leben, in dem Scheitern keine Option ist. Es beginnt 1386 in Wales und endet 1422 unweit von Paris. Dazwischen liegt das gnadenlose Leben eines Mannes, den die Zeitgenossen verehren, nachfolgende Generationen vergöttern und Shakespeare zu seinem Helden macht. Doch Henry V ist mehr als der charismatische Stratege, der den Traum von der französischen Krone Wirklichkeit werden lässt: Er ist der faszinierendste englische König des Mittelalters - wenn nicht "der größte Mann, der England je regierte".
"Der Arzt ist nervös. John Bradmore ist der beste Chirurg in ganz England. Seine Praxis in London ist berühmt. Zu seinen reichen und mächtigen Patienten zählt sogar der König. Er verfügt über das außerordentliche Selbstvertrauen - man könnte schon fast von Arroganz sprechen -, das herausragende Ärzte seit der griechischen Antike auszeichnet. Aber dieser Fall ist anders. Selbst wenn er alles richtig macht, sind die Erfolgsaussichten gering. Und wenn er sich auch nur den kleinsten Fehler leistet, wird er als der Mann in die Geschichte eingehen, der den ältesten der vier Söhne des Königs tötete und die englische Thronfolge durcheinanderbrachte. Die Folgen eines Scheiterns sind klar. Doch was Bradmore nicht absehen kann, sind die Folgen, wenn sein Eingriff Erfolg hat. Denn er weiß nicht - weil das niemand wissen kann, auch nicht der Patient selbst -, dass der schwer verletzte Sechzehnjährige zu einem ganz besonderen Menschen heranwachsen wird. Er wird der König sein, den nachfolgende Generationen als den größten mittelalterlichen Herrscher einstufen werden, den England je hatte."
Englands größter Kriegerkönig - Dan Jones? mitreißende Biografie
Henry ist ein Kind, das unerwartete Zufälle, ein wohlmeinender Gott und ein strenger Vater mit jahrelanger Präzision zu einem König formen. Als er mit sechsundzwanzig Jahren schließlich den englischen Thron besteigt, übt er das Amt des Königs genauso aus, wie man es von ihm erwartet: hart gegenüber Feinden und Verrätern, kompromisslos in seinem Anspruch an sich und andere, fest im Glauben und unnahbar hinter einer Maske kühler Abgeklärtheit, durch die in den seltenen Momenten der Ruhe eine künstlerische Seite schimmert.
Im kalten Februar 1400 schreitet ein Junge hinter dem Sarg Richards II. und zweifelt bitterlich an einer Entscheidung seines Vaters. Warum musste Richard sterben? War Gnade denn keine Option? Dieser Dreizehnjährige wird eines Tages König von England sein, wird von den Zeitgenossen verehrt und später von Shakespeare literarisch unsterblich gemacht werden. Henry V. ist der Staatsmann, der besser als jeder andere seiner Zeit versteht, wie man sich auf internationalem Parkett behauptet. Er ist der König, der mit feinem Gespür für die fragile Beziehung zwischen Monarch und Volk innenpolitische Harmonie bewahrt. Er ist der nervenstarke General, der Frankreich in der Schlacht von Azincourt eine historische Niederlage zufügt und den Engländern den Traum von der französische Krone erfüllt. Er hat das Schicksal auf seiner Seite, bis eine Infektion schafft, was viele zuvor vergeblich versucht haben: Mit nur fünfunddreißig Jahren stirbt Henry V. Was wäre gewesen, wenn?