In ständiger Alarmbereitschaft zu leben ist so normal geworden, dass es kaum noch als Problem erkannt wird. Viele Menschen fühlen sich nicht ängstlich, sondern aufmerksam, verantwortungsbewusst, vorbereitet. Doch dieser dauerhafte Zustand hat psychische und körperliche Kosten, die selten benannt werden.
Dieses Buch untersucht, wie Angst aufgehört hat, eine punktuelle Reaktion auf Gefahr zu sein, und zu einem unsichtbaren System wurde, das den Alltag organisiert. Mit einem klaren und zugänglichen psychologischen Ansatz analysiert es, wie permanente Wachsamkeit Geist, Körper, Erholung und das grundlegende innere Sicherheitsgefühl beeinflusst.
Anstatt schnelle Lösungen zu versprechen, lädt das Werk dazu ein, die Mechanismen zu verstehen, die Erschöpfung, verinnerlichte Wachsamkeit und die Schwierigkeit, die innere Abwehr zu senken, aufrechterhalten. Es geht nicht darum, Angst zu beseitigen, sondern ihr ihre ursprüngliche Funktion zurückzugeben: zu schützen, wenn es nötig ist, nicht dauerhaft zu regieren.
Angst als System ist ein Einstieg für Menschen, die sich ohne klare Ursache erschöpft fühlen, für jene, die sich ausruhen, aber nicht regenerieren, und für alle, die spüren, dass permanente Anspannung kein natürlicher Lebenszustand sein sollte.