Von Hamburg nach Haparanda: Eine Segelreise in den hohen Norden Wie weit kann man auf der Ostsee segeln? Die Antwort liegt ganz im Norden, wo Schweden auf Finnland trifft. Haparanda ist 2400 Seemeilen von Hamburg entfernt, und John und Birgit nehmen sich diese Strecke mit ihrer 9-Meter-Yacht vor - der längste Törn, den die Ostsee zu bieten hat. Schaffen sie es vor den Herbststürmen zurück? Es ist eine Reise durch drei Welten. Zunächst passieren sie die Strände und Kiefernwälder an der südschwedischen Küste. Dann segeln sie durch den Schärengarten mit seinen tausenden Inseln, Felsen und schmalen Fahrwassern zwischen Granit und Wald. Hinter Stockholm öffnet sich der Bottnische Meerbusen, den sie komplett umrunden wollen, vorbei an der Hohen Küste, wo die Felsen hundert Meter aus dem Wasser steigen, bis hinauf nach Luleå und schließlich Haparanda an der schwedisch-finnischen Grenze. Weiter nördlich geht es nicht. Der Rückweg führt durch Finnland, eine flache Küste mit endlosen Wäldern und Gewässern, in denen man gehörig aufpassen muss. Siebzig Häfen laufen sie insgesamt an, von Ystad bis Oulu, manchmal an Anliegern, an denen sie das einzige Boot sind. Das Wetter spielt nicht immer mit, mal haben sie Flaute, wenn Strecke gemacht werden müsste, mal drohen ihnen Stürme wie vor den Åland-Inseln mit hohen Wellen. Die Navigation in den finnischen Gewässern ist tückisch, weil Untiefen auftauchen, die auf keiner Karte stehen. Auch die Technik macht Probleme, wie auf jeder so langen Reise - Motor, Elektronik, Ausrüstung - und die beiden improvisieren, reparieren und machen weiter. Die Belohnung sind die vielen schönen Momente, die diese Reise ausmachen: Sie treffen Hafenmeister an abgelegenen Anlegern, die die deutsche Flagge hissen, wenn sie einlaufen, Saunas direkt am Wasser, in denen man nach der Hitze ins Meer springt, und die Mittsommernächte, in denen es nie richtig dunkel wird. Von einer Reise, die zugleich Begegnung mit dem Norden ist, erzählt Friedrich Steindorf hier - mit Schweden, Finnland, den Åland-Inseln, ihren Landschaften und Menschen. Mit dabei ist auch Mr. Moose, ein vorlauter skandinavischer Elch, der seine Beobachtungen nicht für sich behalten kann. Das Buch ist ein ehrlicher Reisebericht, die Geschichte von zwei Menschen, die sich einen sehr großen Törn vorgenommen haben und es durchziehen. Es ist die Neuauflage des 2021 erschienenen Titels "Zwei Hamburger segeln nach Haparanda".