»Freundschaft erfordert Zurückhaltung, Ehrlichkeit und Treue.« Das klingt so einfach. Erst als Sempé, sehr jung, zu zeichnen anfängt, findet er Freunde - indem er sie (oft im Duo mit Goscinny, Süskind oder Modiano) erfindet: den kecken kleinen Nick, den chronisch errötenden Benjamin Kiesel, den geheimnisvollen Fahrradhändler Paul Tamburin - unsterbliche Freunde in allen Lebenslagen, auch für seine Millionen Leser.
Das Wunder der großen unverbrüchlichen Freundschaft - das schwebt als Leitidee über den vielen Einzelgängern in Sempés Welt, den großen wie den kleinen. Davon träumen sie, und davor schützen sie sich auch, aus Angst, zu scheitern und dann wieder allein zu sein - tapfer, erfinderisch, in würdevoller Komik, nie lächerlich. Freundschaft ist bei Sempé schwieriger als Liebe und dennoch nachhaltiger, findet er. Nehmen wir's wie Sempés Figuren - mit Humor.